Viele Kinder brauchen im Laufe der Schulzeit eine Zahnspange. Viele Eltern gehen davon aus, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt – doch das stimmt nur teilweise. Bei leichten Fehlstellungen zahlt die Kasse gar nichts, und moderne Behandlungsmethoden kosten fast immer extra. Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder schützt vor diesen Kosten. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was die Kasse zahlt, was eine Zahnspange kostet und wann der richtige Zeitpunkt für den Abschluss ist.

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Warum eine Zahnzusatzversicherung für Kinder?

Bei Kindern geht es vor allem um die Kieferorthopädie – also Zahnspangen und die Korrektur von Fehlstellungen. Hier entstehen schnell Kosten von mehreren Tausend Euro, die die gesetzliche Krankenkasse oft nicht oder nur zum Teil übernimmt. Daneben kann eine Zusatzversicherung auch bei Füllungen, Zahnunfällen und Prophylaxe leisten.

  • Zahnspange: Erstattung bei leichten Fehlstellungen (KIG 1–2) und für Mehrkosten bei KIG 3–5
  • Moderne Methoden: Keramik-Brackets, Lingualtechnik, Aligner und Retainer
  • Zahnunfälle: zum Beispiel beim Sport oder auf dem Spielplatz
  • Füllungen und Prophylaxe: je nach Tarif hochwertige Füllungen und Zahnreinigung

Was zahlt die Krankenkasse bei einer Zahnspange?

Ob die gesetzliche Krankenkasse eine Zahnspange bezahlt, hängt vom Schweregrad der Fehlstellung ab. Der Kieferorthopäde ordnet sie in die sogenannten Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) von 1 bis 5 ein. Die Regeln dazu stehen in § 29 SGB V; einen Überblick gibt auch der Wikipedia-Artikel zur Kieferorthopädie.

EinstufungWas zahlt die Kasse?Was zahlen die Eltern?
KIG 1–2 (leichte Fehlstellung)nichtsdie komplette Behandlung
KIG 3–5 (mittlere bis schwere Fehlstellung)die Regelversorgung – nach erfolgreichem Abschlusszunächst 20 % Eigenanteil (beim zweiten Kind 10 %) sowie alle Mehrkosten

Bei KIG 3–5 bekommen Eltern den Eigenanteil zurück, wenn die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wird. Die Kasse übernimmt die Kosten in der Regel nur bis zum 18. Geburtstag.

Mehrkosten: Was die Kasse nie bezahlt

Auch wenn die Kasse die Behandlung grundsätzlich übernimmt, zahlt sie nur die einfachste ausreichende Lösung. Viele Kieferorthopäden empfehlen zusätzliche Leistungen, die Eltern über eine sogenannte Mehrkostenvereinbarung privat bezahlen:

  • Keramik- oder Mini-Brackets: unauffälliger und oft angenehmer zu tragen
  • Farblose Bögen: passend zu Keramik-Brackets
  • Lingualtechnik: Brackets auf der Zahninnenseite – von außen unsichtbar
  • Aligner: durchsichtige Kunststoffschienen statt fester Zahnspange
  • Retainer: sichern das Ergebnis nach der Behandlung dauerhaft

Diese Zusatzleistungen können schnell mehrere Hundert bis einige Tausend Euro kosten. Gute Kindertarife übernehmen einen großen Teil davon.

Was kostet eine Zahnspange?

Die Kosten hängen stark von der Fehlstellung, der Behandlungsdauer und der gewählten Methode ab. Als Orientierung für die gesamte Behandlung:

Art der BehandlungKosten gesamt (Richtwert)
Einfache Behandlung, leichte Fehlstellungab ca. 1.500 €
Feste Zahnspange mit Metall-Bracketsca. 2.500 bis 8.000 €
Zahnfarbene Keramik-BracketsAufpreis bis ca. 1.000 €
Aligner (durchsichtige Schienen)ca. 1.800 bis 6.500 €
Lingualtechnik (Brackets innen)ca. 6.000 bis 10.000 €
Retainer nach der Behandlungzusätzliche Kosten, je nach Praxis

Richtwerte für die Gesamtbehandlung, Stand: Oktober 2026. Schwere Fälle können deutlich teurer sein. Die tatsächlichen Kosten stehen im Heil- und Kostenplan.

Bei leichten Fehlstellungen (KIG 1–2) zahlen Eltern diese Kosten komplett selbst. Lassen Sie sich vom Kieferorthopäden immer einen Heil- und Kostenplan geben, bevor die Behandlung beginnt.

Top-Tarife für Kinder im Vergleich

Diese Tarife schneiden im ZahnSelect-Tarifrechner für ein 8-jähriges Kind mit Absicherung der Kieferorthopädie besonders gut ab:

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TarifBeitrag mtl.ErstattungKIG 1–2KIG 3–5WartezeitPunkte
Günstigster Beitrag
Hallesche dentZB.100
7,20 €100 %bis 1.000 €bis 1.000 €keine751 / 1.732
Concordia ZT + ZB8,17 €80 %bis 4.000 €bis 1.200 €laut Tarif1.054 / 1.732
Allianz MeinZahnschutz 90 (ZS 90)13,15 €90 %bis 2.500 €bis 2.500 €keine1.153 / 1.732
Preis-Leistungs-Tipp
Versicherungskammer Bayern ZahnPRIVAT 90
17,16 €90 %bis 5.000 €bis 5.000 €keine1.618 / 1.732
Höchste Leistung
Versicherungskammer Bayern ZahnPRIVAT 100
20,73 €100 %bis 5.000 €bis 5.000 €keine1.698 / 1.732

Stand: Juli 2026. Kind mit Geburtsjahr 2018, gesetzlich versichert, Versicherungsbeginn 01.06.2026, kein festgestellter Behandlungsbedarf, Absicherung KIG 1–5 inkl. spezieller Brackets, farbloser Bögen, Lingualtechnik, Aligner und Retainer, mind. 80 % Erstattung. „bis … €“ = Höchstbetrag für Kieferorthopädie laut Tarifrechner. Punkte = Bewertung für Kindertarife im ZahnSelect-Tarifrechner (max. 1.732, nicht Stiftung Warentest).

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Expertentipp: Achten Sie nicht nur auf den Beitrag, sondern vor allem auf die Höchstbeträge für KIG 1–2 und KIG 3–5. Ein günstiger Tarif mit einer Grenze von 1.000 € kann bei einer Zahnspange schnell an seine Grenzen kommen.

Beispielrechnung: Zahnspange bei leichter Fehlstellung

Ein vereinfachtes Beispiel zeigt, wie stark sich die Höchstbeträge auswirken: Ihr Kind hat eine leichte Fehlstellung (KIG 2). Die Kasse zahlt nichts, die Behandlung kostet 4.000 €.

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Ohne VersicherungTarif mit 100 %, bis 1.000 €Tarif mit 90 %, bis 5.000 €
Rechnung Kieferorthopäde4.000 €4.000 €4.000 €
Krankenkasse (KIG 2)0 €0 €0 €
Erstattung Zusatzversicherung–– 1.000 €– 3.600 €
Eigenanteil der Eltern4.000 €3.000 €400 €

Die Werte sind Beispiele. Wie die Höchstbeträge genau gelten – etwa pro Behandlung oder über die gesamte Vertragsdauer – regeln die Bedingungen des jeweiligen Tarifs.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Abschluss?

Das ist der wichtigste Punkt beim Thema Kinder: Eine Zahnzusatzversicherung zahlt nur für Behandlungen, die bei Abschluss noch nicht angeraten oder festgestellt waren. Hat der Zahnarzt oder Kieferorthopäde bereits gesagt, dass Ihr Kind eine Zahnspange braucht, ist es für diese Behandlung mit einem normalen Tarif zu spät. Mehr dazu im Ratgeber Zahnzusatzversicherung bei laufender Behandlung.

Viele Kinder werden zwischen 8 und 10 Jahren zum ersten Mal kieferorthopädisch untersucht. Am besten schließen Sie die Versicherung deshalb vor dem ersten Termin beim Kieferorthopäden ab – idealerweise schon im Kindergarten- oder Grundschulalter. Je früher, desto sicherer.

Achten Sie außerdem auf mögliche Wartezeiten für Kieferorthopädie. Mehr dazu in unserem Ratgeber Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit.

Welche Leistungen sind für Kinder sonst wichtig?

  • Zahnunfälle: Ein ausgeschlagener Schneidezahn beim Sport kann teure Behandlungen nach sich ziehen.
  • Hochwertige Füllungen: Viele Tarife erstatten Kunststofffüllungen über die Kassenleistung hinaus.
  • Prophylaxe: Manche Tarife zahlen zusätzlich eine professionelle Zahnreinigung.
  • Fortführung als Erwachsener: Viele Kindertarife laufen nach dem 18. Geburtstag weiter – dann mit vollem Schutz für Zahnersatz.

Möchten Sie die ganze Familie absichern? Dann lesen Sie unseren Ratgeber Zahnzusatzversicherung für die Familie.

Typische Fehler von Eltern

  • Zu spät abschließen: Nach der Empfehlung einer Zahnspange ist diese Behandlung nicht mehr versicherbar.
  • Nur auf den Preis achten: Niedrige Höchstbeträge decken eine Zahnspange oft nur zu einem kleinen Teil ab.
  • KIG 1–2 vergessen: Gerade hier zahlt die Kasse nichts – der Tarif sollte diese Fälle abdecken.
  • Mehrkosten unterschätzen: Auch bei KIG 3–5 entstehen oft private Zusatzkosten.
  • Gesundheitsfragen ungenau beantworten: Falsche Angaben können später zur Leistungsverweigerung führen.

Worauf sollten Sie beim Vergleich achten?

  • KIG 1–2: Ist die Behandlung leichter Fehlstellungen versichert – und bis zu welchem Betrag?
  • KIG 3–5: Werden Mehrkosten neben der Kassenleistung erstattet?
  • Höchstbeträge: Wie viel zahlt der Tarif maximal für Kieferorthopädie?
  • Moderne Methoden: Sind Keramik-Brackets, Aligner und Retainer mitversichert?
  • Wartezeit: Gibt es eine Wartezeit für Kieferorthopädie?
  • Beitrag: Passt der monatliche Beitrag zu den Leistungen?

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Häufige Fragen zur Zahnzusatzversicherung für Kinder

Ab wann lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung für Kinder?

So früh wie möglich – auf jeden Fall bevor ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde eine Zahnspange empfiehlt. Viele Eltern schließen im Kindergarten- oder Grundschulalter ab.

Zahlt die Krankenkasse die Zahnspange?

Nur bei mittleren bis schweren Fehlstellungen (KIG 3–5) und in der Regel bis zum 18. Geburtstag. Bei leichten Fehlstellungen (KIG 1–2) zahlen Eltern die Behandlung komplett selbst.

Kann ich die Versicherung abschließen, wenn die Zahnspange schon empfohlen wurde?

Für die bereits empfohlene Behandlung zahlt die Versicherung in der Regel nicht mehr. Für künftige, noch nicht angeratene Behandlungen ist ein Abschluss weiterhin möglich.

Was kostet eine Zahnzusatzversicherung für Kinder?

In unserem Tarifrechner beginnen Kindertarife mit Kieferorthopädie-Schutz bei rund 7 € im Monat. Tarife mit hohen Höchstbeträgen für Zahnspangen kosten etwa 17 bis 21 € im Monat (Stand: Juli 2026).

Was bedeutet KIG?

KIG steht für Kieferorthopädische Indikationsgruppen. Damit wird der Schweregrad einer Zahn- oder Kieferfehlstellung von 1 (leicht) bis 5 (schwer) eingestuft. Davon hängt ab, ob die Krankenkasse zahlt.

Bekomme ich den Eigenanteil von der Krankenkasse zurück?

Ja, bei KIG 3–5 erstattet die Kasse den Eigenanteil von 20 % (beim zweiten Kind 10 %), wenn die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wurde. Mehrkosten für Zusatzleistungen werden nicht erstattet.

Unser Fazit

Eine Zahnspange kann für Eltern teuer werden – vor allem bei leichten Fehlstellungen, für die die Krankenkasse nichts zahlt, und bei modernen Behandlungsmethoden. Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder gibt es schon für wenige Euro im Monat. Entscheidend sind hohe Höchstbeträge für KIG 1–2 und KIG 3–5 und ein Abschluss, bevor eine Behandlung empfohlen wird. Im Zahnzusatzversicherung Vergleich von ZahnSelect finden Sie den passenden Kindertarif in wenigen Minuten.

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